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Lust auf Handeln

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„Im Kulturellen und Politischen, also in dem gesamten Bereich des öffentlichen Lebens, geht es […] um Urteilen und Entscheiden, um das urteilende Begutachten
und Bereden der gemeinsamen Welt und die Entscheidung darüber, wie sie weiterhin aussehen und auf welche Art in ihr gehandelt werden soll.“

(Hannah Arendt, Kultur und Politik, in: Zwischen Vergangenheit und Zukunft. Übungen im politischen Denken, S. 300)

Dieses Zitat kann uns aktuell zu denken geben. Wer ist hier angesprochen?
Sind nur die Expert*innen gemeint oder auch Sie und ich? Geht es gar uns alle an? Ja! Wann, wenn nicht jetzt – in der Pandemie?

Wir können miteinander reden, diskutieren, wie wir handeln sollen, um Corona als Einzelne und Gesellschaft gut durchzustehen. Dabei geht es um Grundsätzliches:
In welcher Welt wollen wir leben? Was können wir verändern? An welchen Werten orientieren wir uns? Was bedeutet hier und jetzt Freiheit, Verantwortung, Solidarität, Gesundheit?

Wir trainieren unser Urteilsvermögen, indem wir in einem offenen Diskurs Argumente austauschen. Sei es im Privaten, im Beruflichen, in philosophischen Cafés oder an anderen Orten. An Gelegenheit zum Austausch mangelt es nicht, wenn wir offen sind dafür.

Die Pandemie zeigt, wie verbunden wir Menschen miteinander sind, wie angewiesen aufeinander. Indem wir anerkennen, dass wir zwar verschieden, aber dennoch gleichberechtigt sind, schaffen wir die Grundlage, gemeinsam im Sinne des Besten unseres Gemeinwesens zu handeln.

Dies entspricht Arendts Verständnis von Politik, die das „inhärente Versprechen“ birgt, „dass die Menschen die Welt verändern können.“ Der Sinn von Politik, so Arendt, ist Freiheit.

Lassen wir uns von Arendts Optimismus anstecken, bekommen wir Lust, durch unser Handeln zum Wandel unserer Gesellschaft beizutragen.

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