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Hoffnung 2022

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Wie geht es Ihnen in diesen ersten Tagen des neuen Jahres? Sind Sie zermürbt von der anhaltenden Pandemie? Oder haben Sie einen langen Atem und hoffen – trotz alledem – , dass wir Corona als gesellschaftliche Gemeinschaft allmählich bewältigen werden? Vielleicht vermag Ernst Blochs „Prinzip Hoffnung“ Sie bestärken:

„Es kommt darauf an, das Hoffen zu lernen. Seine Arbeit entsagt nicht, sie ist ins Gelingen verliebt statt ins Scheitern. Hoffen, über dem Fürchten gelegen, ist weder passiv wie dieses, noch gar in ein Nichts gesperrt. Der Affekt des Hoffens geht aus sich heraus, macht die Menschen weit, statt sie zu verengen, […]

Bloch würdigt einen bestimmten Teil der Tagträume:

„Das Leben aller Menschen ist von Tagträumen durchzogen, darin ist ein Teil lediglich schale, auch entnervende Flucht, auch Beute für Betrüger, aber ein anderer Teil reizt auf, läßt mit dem schlecht Vorhandenen sich nicht abfinden, läßt eben nicht entsagen. Dieser andere Teil hat das Hoffen im Kern, und er ist lehrbar. […] Möchten die Tagträume noch voller werden, denn das bedeutet, daß sie sich genau um den nüchternen Blick bereichern; nicht im Sinn der Verstockung, sondern des Hellwerdens. Nicht im Sinn des bloß betrachtenden Verstands, der die Dinge nimmt, wie sie gerade sind und stehen, sondern des beteiligten, der sie nimmt, wie sie gehen, also auch besser gehen können.“

Wir können Hoffen nicht erzwingen – zum Glück. Aber wir können hoffen, dass wir hoffen können.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein hoffnungsvolles 2022!

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